Der erste Motorflug der Brüder Wright


Mit dem Beginn des Frühjahres 1902 bauten die Brüder den Gleiter No.3, dessen Tragfläche in der Spannweite auf 9,78 m erweitert wurde, die somit eine Streckung von 6:1 erhielt. Die Flügelfläche betrug jetzt insgesamt 28,3 qm. Die Wölbung der Fläche lag zwischen 1:24 und 1:30. Die Verwindung wurde nicht mehr durch die Steuerstange an den Füßen, sondern durch Hüftbewegungen des Piloten gesteuert.

Der Gleiter wurde zusätzlich mit einem beweglichen Seitenruder ausgestattet, damit wurde die Richtungssteuerung des Gleiters weiter verbessert. Vom Spätsommer bis in den Herbst hinein unternahmen die Brüder in Kitty Hawk mehrere Hundert perfekt ausgeführte und voll kontrollierbare Gleitflüge, bei denen sie sich bis zu 26 Sekunden in der Luft halten konnten. Dabei wurden bei Windgeschwindigkeiten von über 50 km/h Entfernungen von bis zu 189 Metern zurückgelegt.

Nach den zahlreichen Versuchen wurde es Zeit nach Dayton zurück zukehren. Beiden war klar, dass jetzt die Gelegenheit gekommen war über die Motorisierung ihres Gleiters nachzudenken. Die Lösung dieses Problems war aber nicht ganz so einfach, wie sich die Brüder das vorstellten. Ein Flugmotor war derzeit nicht zu bekommen.

Anfang 1903 wurden die Versuche weiter fortgesetzt. Wilbur Wright konnte sich auch bei starken Winden bis 72 Sekunden in der Luft halten. Manchmal trug der Gegenwind den Flieger sogar zurück oder ermöglichte diesem in der Höhe still zu stehen. Die dabei zurück gelegte Strecke betrug manchmal nicht mehr als 30 Meter.


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Die Brüder konzentrierten sich jetzt auf ihren Motorflieger und berechneten seinen Leistungsbedarf für ein Gesamtgewicht von 300 Kilogramm. Der Motor sollte mit all seinen Zusatzgeräten nicht mehr als 90 kg wiegen und eine Mindestleistung von 8 PS abgeben können. Bei den Automobilherstellern und Motorenbauern war für ihr Vorhaben kein entsprechender Benzinmotor zu bekommen.  

Die Brüder wagten sich an den Eigenbau eines Flugmotors, bei dem sie Unterstützung durch den Mechaniker Charlie Taylor erhielten, der nach den Zeichnungen der Brüder einen 4-Zylinder-Motor baute, der bei den ersten Tests sofort eine Leistung von 12 PS abgab. Der Motor allein brachte den Apparat aber nicht zum Fliegen.

Während der Entwicklung des  Motors beschäftigten sich die beiden Brüder gleichzeitig mit der Entwicklung verschiedener Formen von Propellerblättern. Nirgends fanden sie Aufzeichnungen über Formen und Wirkungsgrade von Propellerblättern. Die Grundform wurde stark beeinflusst von der Form eines Bootspropellers, aber durch die Arbeiten von Hiram Maxim und Samuel P. Langley konnten verschiedene Formen angefertigt werden. 

Letztendlich wurde ein Propeller ausgewählt, der aus drei Lagen verleimtes Kiefernholz geschnitzt war. Der Wirkungsgrad lag bei 66 % und somit ein Drittel über den Leistungen der Propeller von Maxim und Langley. Der Durchmesser betrug 2,50 Metern. Nach Fertigstellung brachte der Motor inklusive aller Zusatzaggregate nur 62,7 Kilogramm auf die Waage und gab bei ersten Testläufen 16 PS Leistung ab, bei einem Verbrauch von 4,5 kg Kraftstoff pro Stunde. Der Motor sollte zwei gegenläufige Luftschrauben antreiben, die somit das Drehmoment des Fliegers aufhoben.

Im September  1903 begannen die ersten Versuche mit dem neuen „Flyer“. Der Doppeldecker hatte jetzt eine Spannweite von 12,30 Meter und eine Flügelfläche von insgesamt von 47 m².Durch eine Vielzahl von mechanischen Problemen verzögerte sich der Erstflug. Speziell traten erhebliche Probleme an der Lagerung der Propellerwellen und der Befestigung der Propeller auf  den Wellen auf, die die Brüder fast verzweifeln ließen.



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Flyer I
Flyer I 1903
Flyer III

Wright-Brüder nach Pause zurück - Flyer „fliegt“ über den großen Teich nach Europa

Nach wiederholten Übungsversuchen bei Kitty Hawk im Mai 1908 und den hervorragenden Leistungen, die dort erreicht werden konnten, organisierten die Wright-Brüder über Geschäftsleute in Frankreich die Vermarktung und die Lizenzvergabe des Flyers. Auf der anderen Seite wurden die Abnahmeflüge vor dem US Army Signalcorps in Fort Myers vorbereitet. Die Wright-Brüder waren zurück.

Wie eine Bombe schlug in Paris die Nachricht ein, dass die Brüder Wright in Amerika bereits Flüge von mehreren Kilometern durchführten. Zur Erinnerung - Bereits im Dezember 1905 durchflogen sie schon Strecken von bis zu 39 Kilometer ohne Zwischenlandung und der erste Kreisflug erfolgte schon 1904/1905 mit einem Durchmesser von 1400 Metern. Seltsamer Weise wurden diese Nachrichten nur ungläubig aufgenommen. Die Zeitschrift „L’Aerophile“ schickte einen Berichterstatter nach Dayton, Ohio, um eine Bestätigung für diese Nachrichten, so wie es Hildebrandt tat, zu erhalten. Die Antwort folgte einige Wochen später. Die Fachzeitschrift der frühen Aviatiker berichtete im Januar, dass man bedauert, dass das erste Motorflugereignis nicht in Frankreich stattfand. Am 06. Januar 1906 veröffentlichte man das Patent der Wrights, dass den Schlüssel zur kompletten Beherrschung eines Flugapparates beinhaltete. Aber wie Charles H. Gibbs-Smith schon schrieb: „Jedoch nicht einer in Europa nahm davon die geringste Notiz!!!“

Die französischen Flieger trieben sich einander zu immer höheren Leistungen an. Dabei sind vor allem die Flugpioniere Voisin, Ferber, Blériot und Farman zu nennen. Ihre Leistungen wurden zwar immer besser, aber damit auch die Überschätzung des eigenen Entwicklungsstandes in der Flugtechnik und die Anmaßung die Besten in ganz Europa zu sein.

Auch die Veröffentlichungen von Alfred Hildebrandt nach seinem Besuch in den USA fanden, und das nur in Auszügen, wenig Platz in den französischen, amerikanischen und englischen Zeitungen und somit keinen großen Anklang. Nur wenige waren von den Fakten überzeugt. In den deutschen Zeitungen äußerten sich so genannte „Fachleute“ Hildebrandt hätte sich von den Amerikanern vorführen lassen. Bis Mitte des Jahres 1908 ging dies so weiter.

Bereits am 10. Februar 1908 kam aus New York die Nachricht, dass die amerikanische Regierung 3 Flugzeuge bestellt habe.



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Ein Flieger wurde bei den Wrights, einer bei Augustus Herring und einer bei dem Flugtechniker Frank. S. Scott in Chicago bestellt. Die Abnahme sollte unter Aufsicht des Signalcorps in Fort Myers, Virginia erfolgen. Folgende Bedingungen mussten erfüllt werden:

- eine Schnelligkeitsprüfung über 16 Kilometer, Hin- und Herfliegen auf einer Strecke von  900 Metern

- ein Ausdauerflug von 1 (einer) Stunde über eine Strecke von 64,3 Kilometer (also 40 Meilen)  ohne Zwischenlandung

- das Flugzeug soll von zwei Personen besetzt sein (Pilot und Passagier) und drei Abnahmeflüge zu den gestellten Bedingungen absolvieren

Folgende Zusatzregelungen wurden festgelegt:

- Wenn ein Flugzeug weiniger als 40 Meilen in der Stunde zurücklegt, wird der Kaufpreis gemindert, liegt sie darüber wird er erhöht.

- Liegt die Geschwindigkeit des Flugzeuges unter 36 Meilen pro Stunde, erfolgt keine Abnahme.

- bei einer Geschwindigkeit von 60 Meilen pro Stunde wird die doppelte Kaufsumme gezahlt

- Wenn ein Punkt des Abnahmeprogramms nicht erfüllt wird, erfolgt eine Kürzung der hinterlegten Kaution von 10% (Die Wrights hatten 2500 US-Dollar zu hinterlegen)

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Flyer Model A 1908
Model A 1909
Model A
Flyer Model A 1909